Austausch mit der Hof HaCarmel High School

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„Das Beste aus zwei Kulturen ...

… zusammenbringen“, so der Wortlaut eines T-Shirt-Aufdrucks. Gemeint sind hier die deutsche und die israelische Kultur, denn vom 3. bis 11. April 2014 fand der Gegenbesuch von 18 Schülerinnen und Schülern des Karl-von-Frisch-Gymnasiums und einer Schülerin der Klinikschule Tübingen in Israel statt. Die ersten drei Tage blieben dem Austausch im engeren Sinne vorbehalten. Die Gruppe lernte zunächst den Kibbuz Maagan Michael kennen, in dem unsere Partnerschule, die Hof HaCarmel Highschool, liegt. Die Mittagspause wurde am schuleigenen Mittelmeerstrand verbracht, woran sich der Sabbat in den Partnerfamilien anschloss. Am Sonntagvormittag fand ein Gespräch mit einer Auschwitzüberlebenden statt: Die Zeitzeugin stammt aus Berlin, wo sie als Grundschulkind am Morgen des 10. November 1938 die Synagoge in der Oranienburger Straße brennen sah, deren Kuppel seit 1995 wieder zum festen Stadtbild Berlins gehört. Nachmittags erfolgte der Besuch in Zichron Jaakov, einer Keimzelle des späteren Staates Israel, sowie der Besuch eines von Korntaler Pietisten gegründeten Unternehmens, das sich auf die Produktion von Schutzbunkern spezialisiert hat.
Israel-Austausch Blick vom Mt. Bental in Richtung Hermon Am Montag begann unsere Reise durch ein kulturell, historisch wie geographisch äußerst spannendes Land. […] Sie führte uns zunächst über die Kreuzfahrerstadt Akko an den See Genezareth, wo das Wirken Jesu von Nazareth greifbar wurde: Kapernaum, die Kirche der Brotvermehrung und die Kirche der Seligpreisungen (vgl. Mt 5,2-9) standen auf dem Programm. Über den blühenden Golan führte uns die Reise zum 1967 umkämpften Mt. Bental, von dem aus sich ein beeindruckender Blick Richtung Hermon, dem israelischen Skigebiet (!), und Syrien bot. Durch das Jordantal erreichten wir nach einigen Stunden Fahrt das Tote Meer, das knapp 400 u. NN liegt. Ein obligatorisches Bad brachte willkommene Abkühlung. Sonnenaufgang über dem Toten Meer Ein besonderes Erlebnis bot der Aufstieg im Morgengrauen des folgenden Tages nach Massada, jener Felsenfestung, die 73 n. Chr. von den Römern erobert wurde: Der Sonnenaufgang über dem Toten Meer war grandios! Nach Abstieg und Frühstück fuhren wir in die besetzten Gebiete zur Talita Kumi School in Beit Jala. Dort zeigte uns Kollege Zaki Hussein, ein arabischer orthodoxer Christ, der an der Schule Deutsch unterrichtet, die andere Seite der israelischen Besatzungspolitik: Wir erhielten Einblicke in den palästinensischen Alltag im Schatten der Mauer und besuchten das Tent of Nations, ein palästinensisches Friedensprojekt inmitten jüdischer Siedlungen, das auf den palästinensisch-israelischen Konflikt mit Verständigung, nicht mit Gewalt oder Resignation reagiert („We refuse to be enemies!“). Der Besuch der Geburtskirche in Betlehem und ein anschließendes vorzügliches arabisches Essen beendete den beeindruckenden Tag.
Der letzte Tag des Austauschs war Jerusalem gewidmet. Vormittags wurde eine vorzügliche Führung durch Yad Vashem geboten, der Nachmittag gehörte der Altstadt Jerusalems mit Klagemauer, Grabeskirche und Basar.
Jerusalem bei Nacht Die Nacht wurde auf dem Ben Gurion Airport verbracht, wo unsere Gruppe von den israelischen Partnerinnen und Partnern schließlich verabschiedet wurde.
Die nach dem Austausch beginnenden Osterferien boten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Austauschs eine Gelegenheit, die Eindrücke eines ebenso spannenden wie politisch, sozial und religiös vielschichtigen, aber auch gebrochenen Landes nachwirken zu lassen.
Sebastian Kämper

austausch/israel/start.txt · Zuletzt geändert: 2014/06/08 15:20 von Matthias Friederichs
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