Gestern Abend wurde am KvFG das Theaterstück „Kein Zurück“ unserer Theater-AG aufgeführt. Eine intensive Aufführung, die die Zuschauerinnen und Zuschauer bewegt hat. Das Stück wurde von Nora Nacken (8b) und Klara Korfmann (9b) größtenteils selbst verfasst und unter der Leitung des Schauspielers, Regisseurs und Theaterpädagogen Jakob Nacken auf die Bühne gebracht. Schon zu Beginn des Stücks entsteht eine dichte Atmosphäre: Die Bühne liegt in geheimnisvolles blaues Licht getaucht, leise elegische Musik erklingt im Hintergrund. Im Mittelpunkt steht die Begegnung zweier Mädchen auf einer Brücke. Dort trifft die lebensmüde Marie (Nora Nacken), tief erschüttert vom Tod ihrer Mutter und in ihrer Trauer verloren, auf die selbstbewusste und scheinbar fröhliche Lea (Klara Korfmann). Lea wirkt zunächst wie das völlige Gegenteil von Marie und gibt im Verlauf der Begegnung der beiden Mädchen zunehmend Rätsel auf.
Mit großer Intensität und bemerkenswerter Ausdrucksstärke trugen die beiden Schauspielerinnen dieses nicht einfache Stück. Trotz der Schwere des Themas gab es immer wieder leise humorvolle Momente, eindrückliche Poetry-Slam-Texte und vor allem die mutmachende Kraft von Freundschaft und gegenseitigem Verstehen. So blieb bei aller Düsterkeit auch Raum für Hoffnung. „Der Tod eines Menschen ist wie ein Raum, der sich schließt“, heißt es zu Beginn des Stücks. Am Ende aber bleiben nicht Dunkelheit und Verzweiflung stehen, sondern zwei Jugendliche, die vorsichtig den Blick nach vorne wagen. „Kein Zurück“ verharrt damit nicht in der Schwere, sondern zeigt behutsam, dass auch nach Verlust und innerer Dunkelheit wieder Bewegung möglich ist, ohne einfache Antworten, aber mit einem offenen Ende, das hoffen lässt.
— Kathrin Locherer 2026/05/19 18:08